Was uns das kommende Jahr bringen wird, ist ungewiss. Was wir aber schon wissen: Die Natur des Jahres 2026 – Pflanzen, Tiere, Lebensräume. Im Fokus stehen meist gefährdete Arten und Pflanzengesellschaften.

 

Feldrittersporn

Foto oben: In meinem Hortus Pannonicus wächst der Feldrittersporn in meinem Gemüsebeet. Durch den offenen Boden kann sich die einjährige Art aussamen und keimen.

 

Die Blume des Jahres ist der einjährige Feld- oder Ackerrittersporn, der botanisch Consalida regalis genannt wird. Er ist eine typische Art der Ackerraine. In der traditionellen Kulturlandschaft mit Getreideanbau war der Feldrittersporn gemeinsam mit Klatsch-Mohn, Kornblume, Kamille und anderen Anuellen, also einjährigen Arten, zu finden. Durch den Einsatz der Herbizide wurden viele dieser Beikräuter fast ausgerottet. Dadurch fehlt blütenbesuchenden Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Die industrialisierte Kulturlandschaft verarmt zunehmend. Um auf den Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft hinzuweisen, hat die Loki Schmidt Stiftung den Feldrittersporn zur Blume des Jahres 2026 auserkoren.

Foto oben: Bei einem Spaziergang habe ich am Wegesrand zufällig diese hellblaue, fast weiße Form des Feldrittersporn entdeckt.

Foto oben: Rebhühner sind eine typische Vogelart unserer warm-trockenen Agrarlandschaften. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind sie stark bedroht. Daher ist das Rebhuhn der Vogel des Jahres 2026.

 

 

Federgras-Steppenrasen

Foto oben: In meinem Hortus Pannonicus habe ich eine Federgrassteppe etabliert. Hier wachsen typische Federgras-Steppenarten mit anderen trocken und hitzeverträglichen Arten zusammen.​ Das Flausch-Federgras ist besonders elegant.

Der Federgras-Steppenrasen ist ein Relikt der Steppengebiete, die sich während der Eiszeit von Asien über Osteuropa bis nach Österreich und Deutschland ausbreiteten. Sie kommen bei uns in Trocken- und Wärmegebieten vor. Nährstoffeintrag sowie geänderte Landnutzung bedroht diese Pflanzengesellschaft. Doch gerade die Pflanzen der Federgras-Steppenrasen haben großes Potenzial für die künftige Pflanzenverwendung. Sie sind an Extremwetterereignisse wie Hitze und Trockenheit, aber auch an Kälte und Barfröste angepasst. Die floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft e.V. hat den Federgras-Steppenrasen aufgrund seiner Gefährdung und großen Artenvielfalt zur Pflanzengesellschaft des Jahres 2026 ausgewählt.

 

Foto oben: Im Spätsommer und Herbst blühen Gelbe Skabiose, Goldsteppen-Aster und Golddistel zwischen dem Haar-Pfriemgras.

Natur fördern und wachsen lassen

Foto oben: Bei der Neuanlage von Grünflächen kann über Ansaaten eine bunte Vielfalt an Ruderalvegetation kostengünstig und einfach etabliet werden. Der blaublühende Gewöhnliche Natternkopf ist 2026 die Wildblume des Jahres.

Geben wir der Natur Raum, werden wir mit einer bunten Artenvielfalt belohnt. Es macht Freude, sie zu beobachten und zu entdecken. Daher wünsche ich mir für 2026 viele neue bunte und artenreiche Grünflächen.

 

Nachlese

Die Gesamtliste der Natur des Jahres 2026 findet sich hier: NABU

Blume des Jahres: Loki Schmidt Stiftung

Vogel des Jahres: NABU Rebhuhn

Pflanzengesellschaft des Jahres: Federgras-Steppenrasen Kurztext

Federgras-Steppenrasen: Langtext

Federgras-Steppenrasen: Flyer

Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft e.V.: Tuexenia

Wildblume des Jahres: Natternkopf NaturGarten e.V.