Pünktlich zum Frühlingsbeginn sind bereits die ersten Wildbienen zu beobachten. In meinem Garten ist das die Gehörnte Mauerbiene. Aber auch andere Frühlingsgäste haben sich bereits eingefunden.
Die Gehörnte Mauerbiene
Foto oben: Das Männchen ist vor dem Weibchen geschlüpft und wartet auf seine Braut.
Diese kleine Wildbiene mit wissenschaftlichen Namen Osmia cornuta ist eine häufige Wildbienenart im Siedlungsraum der Niederungen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Süd- und Mitteleuropa. Ihr Artname „Gehörnt“ bezieht sich auf zwei hornähnliche Gebilde am Kopf.
Aussehen
Foto oben: Das Weibchen lugt aus der Öffnung ihrer egemligen Brutröhre hervor. Das Männchen ist schon ungeduldig.
Die Art ist durch ihre schwarz-rotorange Färbung einfach zu erkennen. Der Kopf und Brustabschnitt sind schwarz, der Hinterleib ist leuchtend orangerot gefärbt. Männchen und Weibchen lassen sich gut unterscheiden. Das Weibchen ist etwas größer. Das Männchen ist kleiner und hat am Vorderkopf eine weiße Behaarung, die fast an einen Schnurbart ähnelt.
Lebensweise
Foto oben: Sofort – nachdem das Weibchen gesclüpft ist – erfolgt die Paarung. Das Männchen ist deutlich kleiner als das Weibchen. Bis zu zei Stunden verharrt das Paar.
Diese solitär lebende Mauerbienenart bevorzug Hohlräume an vertikalen Strukturen als Nistplatz. Dabei sind sie nicht wählerisch. Es werden Bohrungen in Holz, Bambusstängel, aber auch andere Röhren mit etwa 8-9 mm Durchmesser angenommen. Das Weibchen legt meist mehrere Brutzellen hintereinander an. Zur Verproviantierung der Brutzelle wird mit der Bauchbürste Pollen eingebracht. Als Nahrungsquelle werden viele Frühlingsblüher genutzt. Da die Art ausgesprochen polylektisch ist, ist sie auch für die Landwirtschaft als Bestäuber von Obstkulturen interessant.
Während des Sommers entwickelt sich die Larve zum Vollinsekt. Dabei spinnt sich die Larve in einen Kokon ein. Die Imago verbringt die Zeit bis zum nächsten Frühling in der Brutzelle.
Weitere Blütengäste im Frühling
Foto oben: Das Tagpfauenauge überwintert als Imago in Kältestarre.
Tagpfauenauge und C-Falter, die als Falter überwintern, habe ich bereits im Garten gesichtet. Auch der Admiral, ein Wanderfalter, der aus wärmeren Regionen einfliegt, wie auch das Taubschwänchen haben sich ebenfalls schon Blicken lassen. Auch die Hummelköniginnen von Erdhummel und Ungarischer Hummel sind schon seit einiger Zeit im Garten zu beobachten. Und die Holzbienen sind ebenfalls bereits aktiv.
Die Holzbienen fliegen auch bereits im Vorfrühling. Nach der langen Winterpause brauchen die imposanten Insekten ausreichend Nahrung, um wieder zu Kräften zu kommen.
Bei den Holzbienen überwintern Weibchen und Männchen. Die Paarung erfolgt im Frühling.
Auch der C-Falter überwintert als Imago in Kältestarre. Der kleine lebhafte Falter genießt das Sonnenbad in der Märzsonne. Viele Tagfalter zeigen diese Verhaltensweise.
Auch die Hummelköniginnen sind bereits im Vorfrühling unterwegs. Manchmal sind sie auch schon im Februar aktiv. Sie wurden im Vorjahr befruchtet. Nachdem sie ausreichend gestärkt sind, machen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Nest für ihr künftiges Hummelvolk. Dann beginnt der Nestbau und anshcließend werden die ersten Eier gelegt. Hummeln gründen ihren Staat jedes Jahr von neuem.
Förderung der Frühlingsinsekten
Foto oben: Wildobst- und Obstgehölze sind wertvolle Nahurng für Fluginsekten.
Mit unterschiedlichen Frühjahrsblühern finden die Insekten ausreichend Nektar und Pollen. Beliebt sind etwa Blütensträucher wie der Winter-Duft-Schneeball, die Frühblühende Heckenkirsche, alle Arten von Obst- und Wildobstgehölzen wie Kirschen, Birnen und Pflaumen, Felsenbirnen, Schlehe, Zwerg-Mandel. Wertvoll sind auch Vorfrühlings- und Frühlingsgeophyten wie Lerchensporn, Krokus und Netz-Iris sowie früh blühende Stauden wie die Stinkende Nieswurz, Christrose, andere Schneerosenarten und Veilchen.
Der Duft-Schneeball und einge andere Schneeballarten sowie Heckenkirschen zählen zu den frühen Blütensträuchern. Ihr Nektar ist als Energielieferant sehr begeht.
Für uns ist der Duft-Schneeball ein Augenschmaus und sein Duft ist betörend.
Die ersten Geophyten wie Krokus, Winterling, Schneeglöckchen, Netz-Iris und Blaustern gehören ebenfalls zu wichtigen Nahurngsquellen der Fluginsekten.
Schneerosen wie diese Stinkende Nieswurz sind als Nahurngsquelle bei Bienen und Hummeln sehr beliebt. Im inneren der Blüte ist es durch gärende Hefepilze etwas wärmer als in der Umgebung. Daher nutzen manche Insekten die Blüte als Wäremstube.
Links
Interview mit Sylvia Wanzenböck, Wissenschafterin am Naturhistorischen Museum Wien mit Schwerpunkt Wildbienen.
Wer mehr über die faszinierenden Wildbienen erfahren möchte, dem seien diese Websites empfohlen:
Wildbienenseite von Paul Westrich