Noch lässt sich der Admiral häufig in meinem Garten blicken. Besonders reife Früchte mit reichlich Zucker wie Feigen sind gerade seine beliebteste Nahrung. Sie geben ihm ausreichend Energie seine baldige Reise in den Süden anzutreten.

 

Admiral – imposat und elegant

Abbildung oben: Aus der Nähe betrachtet fallen die großen Augen, die gestreiften Fühler und der behaarte Körper des Admirals auf.

Der prächtig-imposante Edelfalter (siehe Titelfoto oben) beeindruckt mich mit seiner auffälligen schwarz-rotorangen Zeichnungen und den weißen Flecken.

Foto oben: Fruchtsäfte sind im Herbst eine beliebte Nahurngsquelle für den Admiral. Mit zusammengefalteten Flügeln besitzt er auch eine gute Tarnung.

Vanessa atalanta, wie der Admiral wissenschaftlich genannt wird, besitzt aber auch eine Tarnzeichnung. Sobald die Flügel zusammengeklappt sind und die Flügelunterseiten sichtbar werden, verschmilzt er visuell mit seiner Umgebung. Im Herbst ist Fruchtzucker von Fallobst seine Hauptnahrung. Erst wenn diese Quellen versiegen, tritt er seinen Flug in den Mittelmeerraum an. Die Raupe verzehrt ausschließlich Brennnesseln. Daher gilt der Admiral auch als Nesselfalter.

 

Grund für die Reise in den Süden

Abbildung oben: Bereits im Herbst gibt es zu wenig Nahurng für die meisten Insekten. Insbesondere jene, die sich von Nektar und Pollen ernähren, müssen eine Lebensstrategie entwickeln, wie mit dem Nahurngsmangel umgegangen wird.

Der mitteleuropäische Winter ist für Schmetterlinge lebensfeindlich. Denn in der kalten Jahreszeit fehlt schlichtweg ausreichend Nektar für die Imago oder Blätter für die Raupen. Daher gibt es Falter, die als Puppe, Ei oder Imago in Kältestarre überwintern. Andere Schmetterlinge wandern in wärmere Gefilde aus, wo es ausreichend Nektarnahrung gibt. Diese Arten werden Wanderfalter genannt.

 

Distelfalter – sympathisch und attraktiv

Abbildung oben: Ich war erstaunt, als ich diesen Distelfalter an einer Tamariske mitten in der Oase Siwa entdeckte. 

Dieser Edelfalter ist ein naher Verwandter des Admiral mit dem klangvollen wissenschaftlichen Namen Vanessa cardui. Den Distelfalter habe ich schon mitten in der Sahara-Oase Siwa beobachtet. Seine Reise führt ihn von Nordafrika über das Mittelmeer bis zu uns nach Mitteleuropa. In meinem Garten ist der Distelfalter ein häufiger Gast, denn seine Raupen finden genügend Nahrungsquellen. Sie nehmen das Laub unterschiedlicher Pflanzenfamilien zu sich. Gerne dienen Distelarten als Futterpflanze, die zu den Korbblütlern zählen. Während der Sommermonate gibt es ein oder zwei Generationen an Faltern bei uns. Wenn das Nahrungsangebot gering wird, verlassen die Schmetterlinge unsere Gefilde, um im darauffolgenden Frühsommer wieder zu kommen.

 

Taubenschwänzchen – lebhaft und schnell

Abbildung oben: Wie alle Schwärmer hat auch das Taubenschwänzchen einen masisgen Körper. Und dennoch ist es ein besonderes gewandter und schneller Falter.

Wie ein Kolibri fliegt das Taubenschwänzchen im Schwirrflug von Blüte zu Blüte. Lange Röhrenblüten etwa von Roter Spornblume oder Lavendel mit reichlich süßem Nektar sind bei dem tagaktiven Schwärmer beliebte Nahrungsquellen. Die aus Südeuropa einwandernde Imago kann eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 80 km/ h erreichen. Das ermöglicht dem Taubenschwänzchen lange Distanzen im Eiltempo zu überwinden. Bei mir im Garten kann ich die ersten Taubschwänzchen im Frühjahr an den Obstbaumblüten beobachten. Später umgarnen sie Labkräuter. Dort werden die Eier abgesetzt. Denn die Raupen sind Nahrungsspezialisten.

 

Wanderfreudige Falter

Abbildung oben: Spanische Falgge oder auch Russischer Bär wird dieser tagaktive Nachtfalter genannt. Wenn die Flügel nach hinten geklappt sind, verbrigt er seinen leuchtend orangeroten Flügel.

Neben den drei vorgestellten Arten, gibt es noch eine Reihe an wanderlustigen Arten. In Mitteleuropa zählen Totenkopfschwärmer, Windenschwärmer, Linienschwärmer, Russischer Bär, Gammaeule, Ypsiloneule und Postillon zu den Wanderfaltern, die in den wintermilden Süden fliegen. Diese Saisonwanderer wechseln aufgrund besserer Lebensbedingungen ihren Standort. Dabei können mehrere Tausend Kilometer zurückgelegt werden. Der Amerikanische Monarchfalter ist der bekannteste Wanderfalter. In Schwärmen und mehreren Generationen legen die Falter über 3500 Kilometer zurück. Sie starten in Nordamerika und überwintern in der mexikanischen Sierra Nevada. Andere Falter legen nur Kurzstrecken zurück. Sie wandern, um neue Territorien zu erschließen. Zu ihnen gehören Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Zitronenfalter und viele weitere.

 

Adieu liebe Falter und gute Reise

Abbildung oben: Ein distelfalter bei der Nahurngsaufnahme. Der lange Saugrüssel wird in die Blüte des Natternkopfs eingetaucht, um Nektar zu saugen.

Ich mag Schmetterlinge in meinem Garten. Die flatternden und schwirrenden Wesen bringen Lebendigkeit in die Blumenbeete. Wenn die letzten Falter verschwunden sind, kehrt mit ihnen die ruhige Jahreszeit ein. Ich wünsche ihnen einen angenehmen Flug in wärmere Gefilde. Und nach den Wintermonaten eine gute Heimkehr nach Mitteleuropa.

Nachlese:

In meinem Buch „Natürlich schön & wild umschwärmt“ gibt es Artenprotraits zu den vorgestellten Schmetterlingen. Darin finden sich auch Nahurngspflanzen dieser faszinierenden Fluginsekten und Beetvorschläge, wie diese Wildpflanzenarten im Garten zur Verwendung kommen können. Ein ideales Buch zum Verschenken und Inspiration finden.

Auch in meinem Buch „Wo die wilden Nützlinge wohnen“ gibt es Artenportraits und viele Fotos der schönen Schmetterlinge.

Link:

https://www.schmetterling-raupe.de/wanderfalter.htm