Welche Pflanzkonzepte sind zeitgemäß? Und welche Anforderungen werden an Staudenpflanzungen gestellt? Dieser Frage bin ich in meinem Vortrag zu den 33. Langenloiser Staudentagen nachgegangen.

 

Funktionen – Ökosystemleistungen von (Stauden)Pflanzungen

Foto oben: Die Bepflanzung des Promenadenring in St. Pölten ist im Mischpflanzungsprinzip umgesesetzt. In den Blumenbeeten versichert das Regenwasser.

In den letzten Jahren hat sich ein Wandel in der Pflanzenverwendung vollzogen. Es reicht nicht nur, dass Pflanzungen schön und schmuck sind. Neben den kulturellen Ökosystemleistungen wie dem ästhetischen Empfinden und der Schaffung von Begegnungsorten, schaffen Staudenpflanzungen auch Orte für Naturerfahrung und Naturverbundenheit. Pflanzungen können auch versorgende Ökosystemleistungen erfüllen als essbare Landschaft, Nasch- und Kräutergärten beispielsweise. Und Pflanzungen erfüllen regulierende Ökosystemleistungen wie Regenwasserversickerung, Staubfilterung, Mikroklimaverbesserung, Erosionsverhinderung und weitere.

Link: Tag der Artenvielfalt

 

Statisches oder dynamisches Pflanzkonzept –  Eine Frage der Pflege

Foto oben: Am Nibelungsplatz finden sich sowohl dynamische und statische Pflanzkonzept. Diese Blockpflanzung entlang der Esplanade ist ein statisches Konzept.

Statische Pflanzkonzepte wie Block-, Leitstauden- und Driftpflanzung bleiben durch regelmäßige Pflegeeingriffe entsprechend des Pflanzplanes erhalten. Dynamische Pflanzkonzepte wie Matrix- oder Mischpflanzung dürfen sich über die Zeit verändern und werden durch Pflegeeingriffe sanft gelenkt. Welches Pflanzkonzept das passende ist, hängt vom Ort und den Pflegekräften ab. Oftmals ist es ein Mix aus unterschiedlichen Konzepten, die an einem Ort zum Einsatz kommen.

Link: Blumenbeete planen

Wildblumenbeete planen, umsetzen und pflegen

Gräser als landschaftliches Element

Foto oben: Gräsern treten besonders ab Spätsommer in Erscheinung. 

Gräser kommen in allen Landschaftsräumen vor und sind zumeist auch die dominante Pflanzengruppe. Sie prägen das Landschaftsbild. Für meine Pflanzungen sind Gräser ein wichtiger Bestandteil. Sie haben meist eine gute Struktur. Sie sind wundervolle Lichtfänger, haben einen schönen Herbst- und Winteraspekt. Sie sind robust und konkurrenzstark, oftmals dauerhaft.

 Link: Gräser im Winter

 

Geophyten – die versteckten Schätze

Foto oben: Am Promenadenring schaffen zahlreiche Blumenzwiebeln für einen fulminanten Vorfrühlings- und Frühlingsaspekt.

Um gräserdominierte Pflanzungen artenreicher zu gestalten, bieten sich Blumenzwiebeln und Rhizompflanzen an. Von Vorfrühling bis Sommer gibt es eine unglaublich artenreiche Palette an Geophyten. Für jeden Standort – von sehr trocken bis sehr feucht – kann man diese spannende Gruppe von Pflanzen verwenden.

Link: Vorfrühlingsblüher

 

Pannonische Flora – resilient und wunderschön

Foto oben: Im Hortus Pannonicus finden sich zahlreiche Arten der Pannonischen Flora.

Mich fasziniert besonders die fragilie und doch so robuste Artenvielfalt der Steppe. Auf meinem Lösslehmboden wachsen Federgräser in Kombination mit heimsichen Steppenpflanzen, gemeinsam mit mediterranen Halbsträuchern und anderen Arten aus verschiedenen Herkunftsgebieten. Im Garten und Freiräumen unserer Siedlungsgebiete haben wir die Möglichkeit das gesamte gärtnerische Sortiment auszuschöpfen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Link: Wildblumen-Anssaat

Steppengarten

Der Garten als phänologischer Kalender

 

 

Vielfalt leben – Biodiversität fördern

Foto oben: Der Biodiversitätsgarten im Sturm 19 Park. Noch dominieren Ruderalpflanzen.

Artenreichte Pflanzungen sind nicht nur einfach schön. Sie bieten bei angepasster Pflege auch einen Lebensraum für viele Tierarten. Damit unterstützen wir auch den Erhalt der Biodiversität. Die Staudenverwendung erfüllt viele Funktionen, die sie so wertvoll macht.

Link: Ruderalvegetation

 Insektenfreundlicher Garten