Vielen Menschen ist es wichtig, was sie essen. Sie achten auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Und sie wollen auch selbst ihr eigenes Gemüse anbauen. Aber als Anfänger ist das manchmal gar nicht so einfach. Was ist bei der Aussaat bzw. Pflanzung zu beachten? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Auch ich stellte mir diese und andere Fragen. Hier ein paar Tipps, damit die Selbstversorgung glückt.

 

Was habe ich zum Fressen gern?

Tomaten, Melanzani, Basilikum. Heute gibt es eine Parmigiana zum Mittagessen. Mmmh.

Es klingt banal, aber zuallererst ist es wichtig zu entscheiden, was man ernten möchte. Bin ich mehr der Salat-und Rohkost-Typ? Oder ist mir mehr der Sinn nach Ratatouille und Gemüseauflauf? Oder liebe ich Kräuterpestos und Gewürze? Eine selbst erstellte Top 10 Liste der liebsten Gemüse oder Kräuter, zeigt welche Vorlieben wir haben.

Meine Top 5 Gemüse für sonnig-warme Standorte

  1. Tomaten für Salate, Saucen und vieles mehr
  2. Paprika und Chilli für Rohkost-Salate und gekochte Speisen
  3. Gurken zum so essen und für Salate
  4. Melanzani für allerlei Speisen und Babaganoush, einem herrlichen Aufstrich, ähnlich wie Hummus
  5. Erdkirsche und Physalis (die kleinen Lampions im Bild oben)  zum Naschen und für Salate

 

Meine Top 5 Gemüse für ausgeglichene Beetstandorte

  1. Spinat für diverse gekochte Speisen
  2. Blattsalate allerlei für Salate
  3. Radieschen zum so Essen und als Salat
  4. Rote Rüben für Suppen, Salate und andere Speisen
  5. Erbsen und Bohnen für allerlei Gerichte

Meine Top 5 Kräuter für die jährliche Kultur

  1. Borretsch für Gurkengerichte
  2. Dille für allerelei Saucen
  3. Petersilie für die klassische össterreichische Küche
  4. Koriander für viele orientalische und asiatische Speisen
  5. Basilikum für Pesto und andere Gerichte

 

Meine Top 5 Dauerkräuter

Dauerkräuter wie Salbei (im Foto ganz rechts blühend), Schnittlauch (violette Blütenknöpfe in der Bildmitte) und Co. schmecken nicht nur fein, sondern sind auch wunderschön.

  1. Salbei für Salbeibutter und zu anderen Speisen
  2. Bergbohnenkraut für viele Saucen
  3. Thymian für Suppenwürze und allgemein zum Würzen
  4. Schnittlauch für Suppen, als Salatdeko oder auf das Butterbrot
  5. Zitronenmelisse für Fischgerichte und andere Speisen

 

Wann ist die Erntezeit?

Frisch geerntete Radieschen aus dem Garten sind ein Genuss. Ein gutes Brot, Sennerbutter und Radieschenscheiben darauf. Wie köstlich einfach!

Auch das ist wichtig. Denn was nützt es, wenn mein Gemüse dann erntereif ist, wenn ich gerade auf Urlaub bin. Gut, aktuell ist das nicht so ein großes Thema, denn unsere Mobilität ist aufgrund der Covid-Situation gerade sehr eingeschränkt. Aber wohl hoffentlich nur auf Zeit.

 

Beetstandort und Beetvorbereitung

Je nach Gemüse- oder Kräuterkultur ist ein vollsonniger bis maximal halbschattiger Ort für das Beet zu wählen. Eine Anreicherung des Beetes mit frischer Komposterde bringt die benötigten Nährstoffe und lockert das Bodengefüge.

Starkzehrer und Schwachzehrer

Karfiol gehört zu den typischen Starkzehrern. Er braucht viele Nährstoffe und eine rlativ lange Kulturzeit.

Doch nicht alle Nutzpflanzen brauchen nährstoffreiche Böden. Eine Faustregel: Je größer der Ertrag, desto mehr Nährstoffe werden benötigt. So sind Gurken, Tomaten und Karfiol typische Starkzehrer. Blattsalate und Radieschen brauchen deutlich weniger Nährstoffe. Erbsen und Bohnen reichern den Boden sogar mit Stickstoff an. Sie haben in ihren Wurzeln Knöllchenbakterien, die dieses Wunder vollbringen. Spinat ist ein Schwachzehrer, der auch für Gründüngungen verwendet werden kann. Also eine Erholungskur für den Boden. Und auch Kräuter benötigen meist nur weniger Nährstoffe.

Der richtige Zeitpunkt für die Kulturführung

Rucola ist einfach zu kultivieren. Er ist nicht heikel und keimt fast immer.

Eine eher knifflige Sache ist es mittlerweile, den optimalen Zeitpunkt für sie Ansaat oder Pflanzung zu finden. Durch die Klimaveränderung gibt es im März schon über 20°C. Dann wieder Schnee und Eis. Und es sind regionale Unterschiede zu beachten. In der Ebene, etwa im pannonischen Ostösterreich und dem Wiener Raum, darf man mit vielen Kulturen nicht zu spät beginnen. Liegt aber der Garten in höheren Lagen, beginnt man erst etwas später mit dem Anbau. Damit verzögern sich die Saat- und Pflanztermine leicht. Wann, was zu kultivieren ist, erfährt man auf den Saatgutpackungen und in der Gärtnerei, wo die Pflänzchen erstanden werden. Und es gibt eine breite Auswahl an hervorragenden Büchern zum Thema Gemüseanbau.

Noch ein Tipp: Weniger ist mehr

Bei aller Begeisterung sollten nicht gleich zu viele verschiedene Kulturen angebaut werden, denn es will auch geerntet und gegebenenfalls verarbeitet werden. Und auch nicht zu dicht ansäen und pflanzen. Man glaubt es nicht, wie viel Masse keine Samen und Jungpflanzen am optimalen Beetstandort zulegen können. Stehen die Kulturen zu eng, wird das Wachstum behindert. Daher den Pflanzen genug Raum zum Wachsen geben.

 

Das Leben genießen

Es ist toll, wenn man den selbst angebauten Salat essen kann. Die eigenen Kräuter verleihen jedem Gericht mehr Würze. Und zu jeder Jahreszeit gibt es andere Freuden zu genießen: Im Vorfrühling Vogerlsalat, im Frühling Radieschen, im Frühsommer Rucola,… Auf diese Genüsse freue ich mich immer wieder auf Neue.

Viel Spaß und gutes Gelingen bei der Selbstversorgung! Es zahlt sich aus.

Zum Weiterlesen über Selbstversorgung

Gemüse und Kräuter waren schon Thema in folgenden Blogbeiträgen:

Die Gemüsegärtnerin in mir – Nutzpflanzen selber anbauen

Essbare Wildpflanzen in der Stadt – ein Interview mit dem BOKU-Forscher-Team

Wild Sein – Nutzpflanzen für den wilden Garten

Wild Sein – Exoten für Kräuter- und Blumengarten

Wild Sein – Marthas wilde Kräuter und Blumen

Wild Sein – ein Interview mit der WILD SEIN Gärtnerin Martha Plößnig